Der bedarfs- oder verbrauchsorientierte Energiepass

In der Bundesrepublik Deutschland wird nach der EnEV zwischen dem bedarfs- und dem verbrauchsorientierten Energiepass unterschieden. Diese beiden Formen unterscheiden sich nicht nur durch die Kosten, sondern ebenso durch die Inhalte voneinander.

Der bedarfsorientierte Energiepass

Der bedarfsorientierte Energiepass ist für einzelne Gebäude der Bundesrepublik vorgeschrieben. Alle Neubauten müssen über einen solchen Energieausweis verfügen. Gleiches gilt für Immobilien, deren Bauantrag noch vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und die über weniger als fünf Wohneinheiten verfügen. Vorgeschrieben ist der bedarfsorientierte Energiepass für diese Immobilien bereits seit dem 1. Oktober 2008. Demnach müssen sämtliche Einfamilienhäuser über diesen Energieausweis verfügen. Des Weiteren muss der bedarfsorientierte Ausweis für alle Gebäude ausgestellt werden, bei denen umfassende Modernisierungsarbeiten durchgeführt wurden. Wie der verbrauchsorientierte Energiepass gilt auch der bedarfsorientierte Ausweis für den Zeitraum von zehn Jahren. Nach dieser Zeit muss er durch einen Energieberater erneuert werden.

Freie Wahl zwischen bedarfs- und verbrauchsorientiertem Energiepass

Verfügen Gebäude über einen energetischen Stand, der dem der ersten Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1977 entspricht, dürfen Eigentümer eigenständig entscheiden, ob sie sich für einen verbrauchs- oder bedarfsorientierten Energiepass entscheiden möchten. Des Weiteren können alle Hauseigentümer frei wählen, deren Gebäude mehr als fünf Wohneinheiten umfasst.

Käufer und Mieter von Immobilien sollten sich bereits vor dem Kauf den Energiepass des Gebäudes zeigen lassen. Dies ist auch bei allen Neubauten empfehlenswert. Durch den Energiepass können Käufer und Mieter Vergleiche zwischen mehreren Immobilien anstellen. Des Weiteren lassen sich durch den Ausweis Werbeversprechen von Baufirmen kontrollieren, sodass ermittelt werden kann, ob es sich wirklich um eine Niedrigenergie- oder Passivimmobilie handelt. Grundsätzlich können anhand des Energiepasses eventuelle Preisnachlässe bei Verkäufen und Vermietungen erreicht werden. Allerdings müssen Käufer und Mieter darauf achten, dass die Angaben, die im Ausweis vermerkt sind, nicht den tatsächlichen Energiekosten entsprechen, da diese vom Verbrauchsverhalten abhängig sind.

In der Regel wird der Energiepass erst bei der Übergabe der Immobilie ausgehändigt.

 

 

Hier finden Sie eine Übersicht der im Energiepass-Ratgeber behandelten Themen:

1. Energiepass Ratgeber – Einleitung
2. Wer benötigt einen Energiepass?
3. Wer stellt den Energiepass aus?
4. Was kostet ein Energiepass?
5. Was kann man aus dem Energiepass lesen?
Sie sind hier: 6. Der bedarfs- oder verbauchsorientiere Energiepass

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