Was ist der Unterschied zwischen Nießbrauchrecht und Wohnrecht?

Eine Immobilie zu bewohnen und zu nutzen, ohne selbst Eigentümer zu sein? Hier gibt es verschiedene rechtliche Möglichkeiten, die unterschiedlich rechtlich ausgestaltet sein können. Die häufigsten Formen werden nachfolgend kurz dargestellt.

Die wesentlichen Rechte eines Immobilieneigentümers sind das Verfügungsrecht: etwa das Recht zum Verkauf der Immobilie, zur Schenkung, zum Vererben oder die Möglichkeit, das Grundstück zu belasten, das Nutzungsrecht und schließlich das Recht zur Fruchtziehung – ein altes, jetzt eher ungebräuchliches Wort, das aber im Falle einer Immobilie nichts anderes bedeutet, als dass der Eigentümer das Recht hat, die Immobilie zu vermieten oder zu verpachten – also „Früchte“ aus seinem Eigentum zu ziehen.

Das

Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen „usus fructus“ ab, was grob mit Gebrauch bzw. Fruchtgenuss übersetzt werden kann. Es handelt sich dabei um ein absolutes Recht, also die ausschließliche und rechtlich geschützte Herrschaft über eine Sache (z.B. Immobilie).

Durch Einräumung eines Nießbrauchrechts überträgt der Eigentümer das Recht zur und Fruchtziehung an der Immobilie und/oder dem Grundstück, ohne dabei sein Verfügungsrecht zu verlieren. Der „Nutznießer“ kann die Immobilie also nicht verkaufen, vererben, mit Krediten belasten etc. – das Recht, über die Immobilie zu verfügen, hat alleine der Eigentümer. Allerdings ist die und Fruchtziehung der Immobilie und/oder des Grundstückes durch den Berechtigten möglich. Häufig wird ein lebenslanges Recht zum Bewohnen eines Haus oder einer und die Ziehung des Nutzens aus dem Objekt bzw. Grundstück vereinbart.

Im Gegensatz dazu ist das nicht so weitgreifend. Hierbei werden dem Rechteinhaber lediglich die Nutzung und das Bewohnen einer Immobilie gestattet – nicht aber die Fruchtziehung. Dieses Recht ist sehr verbreitet: Jeder, der einen Mietvertrag über eine Wohnung oder ein Haus schließt, erwirbt ein für die Dauer des Mietvertrages. Dabei wird allerdings nur das Nutzungsrecht erworben, nicht jedoch das Recht zur Veränderung der Immobilie, zur Fruchtziehung, also Weitervermietung, und schon gar nicht zur Verfügung über die Immobilie.

Der Umfang der oben dargestellten Rechte wird üblicherweise vertraglich geregelt. Beim Nießbrauch erfolgt in der Regel ein Grundbucheintrag, wobei ein solcher Eintrag eine Belastung des Grundstückes darstellt, weil sich ein Grundstück mit eingetragenem Nießbrauchrecht schwerer veräußern lässt.

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