Zahlen Sie zu viele Nebenkosten?

Für viele Mieter bringt die Nebenkostenabrechnung regelmäßig eine böse Überraschung mit sich. Die Kosten sind deutlich höher als man erwartet hat und man muss eine gehörige Nachzahlung leisten.

Andreas Morlok  / pixelio.de

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Besonders in Zeiten steigender Energiepreise können die Nachzahlungen mehrere Hundert Euro betragen. Deshalb lohnt es sich immer, die nachzuprüfen. Nur die wenigsten Abrechnungen sind nämlich zu 100 Prozent korrekt.

Überprüfen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung

Als Mieter müssen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung nicht einfach hinnehmen. Sie haben das Recht, sie zu prüfen. Wenden Sie sich hierzu einfach an Ihrem Vermieter. Er ist verpflichtet, Ihnen Einsicht in die Belege zu gewähren. Er muss Ihnen allerdings keine Kopie aushändigen (siehe AZ VIII ZR 78/05). Wie der Bundesgerichtshof urteilte, könne er sich den zusätzlichen Aufwand für das Anfertigen von Kopien ersparen und dem Mieter einfach persönlich alle Unklarheiten erläutern.

Der Abrechnungsschlüssel ist entscheidend

Wenn Sie Ihre Nebenkostenabrechnung prüfen, müssen Sie sich den Abrechnungsschlüssel besonders genau ansehen. Prüfen Sie, ob er mit den Vereinbarungen im Mietvertrag übereinstimmt. Auch muss er überhaupt erst einmal geltendem Recht entsprechen. Alarmsignale sind vage Formulierungen wie „sonstige Kosten“. Als Mieter haben Sie ein Recht darauf, alle Kostenstellen, die dazugehören, aufgeschlüsselt zu bekommen. Nur auf diese Weise ist die Abrechnung überprüfbar und transparent.

Ein kurzer Überblick – diese Stellen gehören zur Nebenkostenabrechnung

  • die Grundsteuer
  • Kaltwasser, Warmwasser, Heizung
  • Straßenreinigung
  • Aufzug
  • Müllabfuhr
  • Entsorgung von Sperrmüll
  • Beleuchtung
  • Reinigung des Schornsteins
  • Gartenpflege
  • Hauswart
  • Sach- und Haftpflichtversicherung
  • Entwässerung
  • Gemeinschaftsantenne, Breitbandkabelnetz
  • Hausreinigung
  • maschinelle Wascheinrichtungen
  • Ungezieferbekämpfung
  • sonstige Betriebskosten

Kleiner Tipp: Wenn Sie die Abrechnung nicht verstehen oder sonstige Unklarheiten bestehen, wenden Sie sich an einen Mietrechtsexperten oder den örtlichen Mieterverein. Wenn Sie nicht genau wissen, welcher Mieterverein für Ihre Gebietskörperschaft zuständig ist, wenden Sie sich an den Deutschen Mieterbund. Auf rechtliche Schritte sollten Sie nur im äußersten Notfall zurückgreifen. Die Kosten für einen Anwalt und ein Gerichtsverfahren können sehr hoch sein.

Lassen Sie es gar nicht zur Nachzahlung kommen. Sparen Sie Nebenkosten!

Vor allem beim Strom und beim Wasser gibt es Sparmöglichkeiten. Wenn man allein wohnt und sich konsequent daran hält, bekommt man nicht selten sogar eine Rückzahlung:

  • elektronische Geräte nicht im Standby-Modus betreiben
  • lieber duschen als Baden
  • energieeffiziente Waschmaschinen, Fernseher und Kühlschränke kaufen (A++ oder A+++)
  • per Hand spülen, anstatt einen Geschirrspüler zu benutzen
  • regelmäßig die Luft aus den Heizkörpern entfernen
  • Vorhänge und Rollläden über Nacht schließen → weniger Wärmeverlust
  • regelmäßig die Thermostatventile überprüfen, alte gegen neue austauschen
  • sparsame LEDs nutzen (in diesem Artikel lernen Sie die Vorteile kennen)

Darüber hinaus gibt es viele weitere Möglichkeiten, an die man im ersten Moment gar nicht unbedingt denkt. Viele weitere Tipps zum Sparen von Nebenkosten finden Sie z. B. unter mineko.de. Hier erfahren Sie auch, an wen Sie sich wenden müssen, wenn Sie Ihre Nebenkosten überprüfen lassen wollen.

Welche Fristen gibt es bei der Nebenkostenabrechnung?

Günther Richter  / pixelio.de

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Schon immer folgt die Nebenkostenabrechnung festen Regeln. Alle Daten müssen exakt und vollständig sein. Mit der Änderung des Mietrechts im Jahr 2001 wurde dann auch die Frist deutlich gestrafft. Seitdem muss der Vermieter die Nebenkostenabrechnung bis spätestens ein Jahr nach dem Abrechnungszeitraum vorlegen. Wenn er diese Abrechnung versäumt, verliert er sein Anrecht auf eventuelle Nachzahlungen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Vermieter die Verspätung nicht selber verschuldet hat. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Vermieter unbekannt verzogen ist.

Hinweis: Nebenkostenabrechnungen können durchaus höher ausfallen. Wer die Summe nicht auf einen Schlag bezahlen kann, kann seinen Vermieter um Kulanz bitten. Mitunter ist es möglich, den Restbetrag in Raten abzubezahlen.

Bild: © Yvonne Weis / Fotolia.de

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